Der Grand Canyon Europas ODER letzter Abschnitt unserer Hidschra ins Kletter-Mekka – Reisebericht Sardinien Tag 18

Alpikuna auf SardinienOn the road again. Der letzte Abschnitt der Rundreise des Alpikuna-Teams führte uns noch ein Stück weiter nach Norden. Wir schlugen unser Lager in Cala Gonone auf, auf dem gleichlautenden Campingplatz. Bevor wir uns aber endgültig gen Olbia aufmachten, verbrachten wir noch ein paar Tage in diesem Kletter-Mekka der Ostküste.

Die Fahrt von Tortolí nach Cala Gonone gehörte sicher zu den schönsten des gesamten Trips. Schon kurz nach der Ortsgrenze von Tortoli verengt sich die Straße zu einer zweispurigen Bergstraße, die sich kontinuierlich höher schlängelt auf ein Kalksteinmassiv, das den Namen Supramonte trägt. Die Landschaft ist wunderschön. Die kahle Hochebene, deren höchster Gipfel 1.463 Meter hoch ist, wirkt mit ihren vielen Schluchten und zerklüfteten Pässen imposant. Hie und da tauchen neben der Straße Pferdekoppeln oder Ziegenherden auf. Einfach genial. Weiterlesen

Alpikunas Who is Who ODER Die glorreichen Fünf – Reisebericht Sardinien Tag 17

Tag 17Die Tage in Tortoli waren sehr ereignisreich, neigten sich aber langsam dem Ende zu. Das Alpikuna-Expeditionsteam hatte sich bereits entschlossen noch einmal das nomadische Leben fortzuführen und einen letzten Campingplatz zu besuchen. Deswegen wurde der letzte Tag auf dem Campingplatz Orrí ruhig angegangen und die Abreise gemächlich vorbereitet.

Uns gibt das die Gelegenheit, die fünf Teilnehmer der Expedition kurz vorzustellen.

David: Alpikuna Produktentwickler, Naturstein-Klettergriff-Experte, Fotograf/Paparazzo, Handwerk-Genie und Improvisationstalent, Grillmeister, Recycling-Beauftragter, 2. Vorsteiger; Schnorchelprofi (entdeckte als einziger einen Tintenfisch), Navigator
Lieblingsspeise: Weiterlesen

Ichnusa klettern, Ichnusa trinken ODER Mineraliensuche mit Meerblick – Reisebericht Sardinien Tag 16

David im SteinbruchNach der gelungenen Geburtstagsparty vom Vortag gönnte sich das Alpikuna-Team an Tag 16 eine kleine Verschnaufpause.  Bis zu diesem Tag war das Programm mehr oder weniger dicht gedrängt, sodass wir immer früh aufgestanden waren. An jenem Tag aber kamen wir nur langsam in die Gänge.

Selbstverständlich war ein Tag ohne Aktivität undenkbar und wir waren in den Osten unter anderem deswegen gereist, weil wir die unzähligen Klettergebiete kennenlernen wollten – zumindest einige davon. Am Nachmittag steuerten wir deshalb unser Begleitfahrzeug in Richtung der Ortschaft Baunei. Kurz vor Erreichen dieses Bergdorfes bogen wir rechts ab und folgten einer steilen, serpentinenreichen Straße, die wieder bis zum Meer hinunterführt. Wenn man bei der ersten Kehre in eine Schotterstraße abbiegt, erreicht man nach wenigen Metern einen verlassen Steinbruch – das Campo dei Miracoli. Weiterlesen

Hollywood lässt grüßen ODER Tanti Auguri, Klaus! – Reisebericht Sardinien Tag 15

KlausiAm 15. Tag unseres Sardinien-Urlaubs feierte ein Mitglied des Alpikuna-Kletterteams Geburtstag: unser Klaus wurde 37, äh 27 Jahre alt. Für seinen Geburtstag hatten wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen – zumindest haben wir das im Nachhinein Klaus gegenüber so behauptet.

Schon bei der Ankunft in Tortoli auf dem Campingplatz Orri am Vortag wurden wir von ohrenbetäubendem Lärm aufgeschreckt. Über dem Himmel, direkt vor dem Privatstrand des Campingplatzes, störte eine Reihe von Kampfflugzeugen die nachmittägliche Ruhe. Das Dröhnen der Nachbrenner und die waghalsigen Manöver der Piloten ließen den Boden buchstäblich erzittern. Es war wirklich furchteinflößend. Hatte Italien jemandem den Krieg erklärt? Hatten wir etwas angestellt? War man auf der Suche nach uns – nach Klaus? Weiterlesen

Im Westen viel Neues ODER Alpikuna is(s)t überall – Reisebericht Sardinien Tag 14

Sardinienreise Tag 14Am Ende der zweiten Woche war es abermals für das Alpikuna-Expeditionsteam an der Zeit, einen Standortwechsel vorzunehmen. Nach der Nord-Süd-Durchquerung galt es nun die Insel von Westen nach Osten zu kreuzen. Von Buggerru aus steuerten wir das Städtchen Tortoli an der Ostküste an. Nachdem wir nun 14 Tage lang in relativ ruhigen Gegenden unterwegs waren, sollten wir im Osten nun in eine etwas touristische, aber deswegen nicht weniger schöne Region eintauchen. Weiterlesen

Der „Hängende Stein“ von Sardinien ODER der Pfannkuchengott – Reisebericht Sardinien Tag 13

Klettern in der Schlucht "Hängender Stein von Sardinien"Seit der Ankunft des Alpikuna-Teams im Osten der Insel, in der Gegend um die Ortschaft Buggerru, wurde täglich geklettert. So auch am dritten Tag in Folge. Dieses Mal machten wir es uns leicht und blieben ziemlich in der Nähe unseres Base-Camps auf dem Campingplatz Ortus de Mari.

Der „Canyon de San Nicolò“ ist es einer der noch relativ jungen Klettergebiete auf Sardinien, v.a. an der Südwestküste. Abgesehen davon, dass wir den gesuchten Sektor wieder nicht auf Anhieb finden konnten und von einem riesigen Schwarm Baby-Mücken angefallen wurden, war der Zustieg relativ leicht. Die Wand erinnerte uns vom Kletterstil und der Routenführung her ein wenig an die Heimat – wir tauften die Schlucht jedenfalls „Hängender Stein von Sardinien“. Weiterlesen

Wie wir Louis Armstrong auf Sardinien gefunden haben ODER Zuckerbrot mit Sonnenuntergang – Reisebericht Sardinien Tag 12

annabelle-kletterroute-louis-armstrongMasua ist ein ehemaliges Bergbauzentrum, in dem über viele Jahrzehnte hinweg Erz, Blei und Zink abgebaut wurde. Noch heute zeugen einige stillgelegte Minen von der einstigen Hochblüte dieses Wirtschaftszweigs. Für das Alpikuna-Team war an diesem Tag allerdings weniger die Arbeit der Kumpel unter Tag von Interesse sondern vielmehr das wunderbare, weiße Kalkgestein, dass sich über den Minen, direkt am Meer auftürmt.

Das Klettergebiet von Masua ist eigentlich äußerst beliebt. Die einfache Erreichbarkeit und das einmalige Panorama lassen alle Kletterherzen höher schlagen. Im Sommer allerdings, wenn die Temperaturen entsprechend steigen, legen nur wenige Kletterer Hand an den Fels. Also konnte das Alpikuna-Team einmal mehr ungestört die Aussicht genießen und einige Routen punkten. Weiterlesen

Die wahrscheinlich kleinste Rezeption der Welt ODER Von wem der Föhn noch etwas lernen kann – Reisebericht Sardinien Tag 11

rezeptionDer Aufenthalt des Alpikuna-Teams im Süden der Insel fiel kürzer aus als ursprünglich geplant. Die Symptome einer akuten Kletter-Abstinenz machten sich bemerkbar. Also brachen wir in den Westen der Insel auf.

Zielsicher steuerten wir den Campingplatz Ortus de Mari an. In den einschlägigen Internetforen teilen sich die Meinungen, ob der Campingplatz empfehlenswert ist oder eben nicht. Aber schon auf der Anreise war uns klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die teilweise sehr steile Küstenstraße auf dem Weg zur Ortschaft Buggerru verlangte unserem Alpikuna-Wohnmobil alles ab, dafür entschädigte aber die spektakuläre Aussicht.

Als Highlight des Campingplatzes entpuppte sich der Empfangsbereich Weiterlesen

Habsburgische Irrtümer ODER Wursträdchen auf der Pizza – Reisebericht Sardinien Tag 10

torre-di-chiaDas zweite Lager schlug das Alpikuna-Team im südlichsten Teil Sardiniens auf. Der kleine Küstenort Chia sollte uns für kurze Zeit beherbergen, genauer gesagt logierten wir im Campingplatz Torre Chia. Nachdem wir im Norden einen sehr ruhigen Platz und wenig Kontakt mit den übrigen Campern hatten, stellte sich dieser Campingplatz als weit belebter heraus.

Obwohl auch hier nicht alle Stellplätze belegt waren, wuselte es überall. Uns wurde auch klar, warum der August als „Italiener-Monat“ bezeichnet wird. Wir waren quasi  umzingelt von italienischen Großfamilien, die sich noch dazu alle untereinander zu kennen schienen. Abgesehen von unseren deutschen Nachbarn, die aber gut vorbereitet waren und mit ebenso vielen Familienmitgliedern aufwarten konnten wie die Italiener, waren wir zu Beginn die gefühlten einzigen „Touristen“. Später leisteten uns noch Eidgenossen und für einige Stunden auch Landsleute aus Österreich Gesellschaft. Sie wurden unmittelbar in unserer Nachbarschaft platziert, so dass sich quasi eine nicht-italienisch-sprechende Enklave bildete, die ein wenig argwöhnisch betrachtet wurde. Weiterlesen

Über die Rehleiter ins Reich des Gott des Meeres ODER die Nord-Süd-Transversale – Reisebericht Sardinien Tag 9

fahrt-zur-grotteEs war ein Abschied mit ein wenig Wehmut, als das ALPIKUNA-Expeditionsteam die sardische Nordost-Küste verließ und seine Reise gen Süden antrat. Wir hatten sehr viel erlebt und viele bleibende Eindrücke mitgenommen – es war nun an der Zeit, andere Ecken Sardiniens zu erkunden.

Ca. 350 km rechnete das Navi aus, würden wir zurücklegen, um von Santa Teresa de Gallura an die südliche Spitze der Insel, in die Ortschaft Chia zu fahren. Fahrzeit knappe fünf Stunden. Zum Vergleich: die Anfahrt von Vorarlberg nach Genua hat nur wenig mehr Zeit in Anspruch genommen.

Um die lange Autofahrt aufzulockern, hatten wir noch einen Zwischenstopp eingeplant. Das Capo Caccia entpuppte sich als spektakulärer Küstenabschnitt: Klippen aus weißem Kalk, die beinahe 200 Meter steil ins türkisfarbene Meer abfallen. Das Innere des Capo Caccia wird von einem labyrinthartigen Höhlensystem durchzogen. An der südlichsten Spitze befindet sich eine eindrucksvolle Tropfsteinhöhle – die Neptunsgrotte (Grotta di Nettuno).

Um ins Reich von Neptun, dem Gott des Meeres, zu gelangen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Weiterlesen