Wie wir Louis Armstrong auf Sardinien gefunden haben ODER Zuckerbrot mit Sonnenuntergang – Reisebericht Sardinien Tag 12

annabelle-kletterroute-louis-armstrongMasua ist ein ehemaliges Bergbauzentrum, in dem über viele Jahrzehnte hinweg Erz, Blei und Zink abgebaut wurde. Noch heute zeugen einige stillgelegte Minen von der einstigen Hochblüte dieses Wirtschaftszweigs. Für das Alpikuna-Team war an diesem Tag allerdings weniger die Arbeit der Kumpel unter Tag von Interesse sondern vielmehr das wunderbare, weiße Kalkgestein, dass sich über den Minen, direkt am Meer auftürmt.

Das Klettergebiet von Masua ist eigentlich äußerst beliebt. Die einfache Erreichbarkeit und das einmalige Panorama lassen alle Kletterherzen höher schlagen. Im Sommer allerdings, wenn die Temperaturen entsprechend steigen, legen nur wenige Kletterer Hand an den Fels. Also konnte das Alpikuna-Team einmal mehr ungestört die Aussicht genießen und einige Routen punkten.

Eine Route ist uns besonders in Erinnerung geblieben. Sie ist bei weitem nicht die schwerste aber nichtsdestoweniger steil und anspruchsvoll. Es war unser Klettergriff-Chef David, der sie entdeckte: „Louis Armstrong“ hatte sie der Routensetzer getauft. Genauso wie der Ausnahmetrompeter braucht man auch bei dieser Route einen langen Atem – über 35 Meter lang in einem steilen Kamin, teilweise recht ausgesetzt. Linien dieser Art in diesem Schwierigkeitsgrad (5c) findet man nicht allzu oft. Besonders beeindruckend war die Leistung von Annabelle, die als einzige – neben Flo – die Route durchstieg. Unweigerlich kommt einem dabei folgender Klassiker in den Sinn: “What a wonderful world” by Louis Armstrong.

Im Laufe des Nachmittags wurden die Hitze auch immer erträglicher, aber da wir viel zu wenig Wasser mitgenommen hatten und sich unsere Vorräte schnell zu Ende neigten, stiegen wir wieder ab. Ein weiteres Mal ließen wir den Tag am Meer ausklingen – am Strand von Masua.

Vom Glück verfolgt bot sich uns abermals ein einzigartiges Naturschauspiel. Ähnlich wie in den Alpen, wo der Zusammenbruch des Föhns einen Wetterumschwung einleitet, sorgte auch das Ende des Schirokko dafür, dass sich eine Wolkenfront über den abendlichen Himmel legte. In Verbindung mit dem Sonnenuntergang erstrahlte der Horizont in leuchtenden Farben.

Wieder war es David, der die Situation als erster richtig einschätzte. Vor dieser atemberaubenden Kulisse spannte er flugs eine Alpikuna-Slackline. Im Hintergrund senkte sich die Sonne langsam gen Meer und setzte dabei das berühmte „Zuckerbrot“ („Pan di Zucchero“), einen 133 Meter hohen Kalkfelsen, in allen Farben in Szene. Ein weiterer Klettertag, der am Strand sein Ende fand und durch Slacklinen im Sonneruntergang vervollständigt wurde…wir konnten unser Glück kaum fassen.

Fotogalerie unter www.alpikuna.at/fotogalerie-reisebericht-sardinien.html

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>