Hollywood lässt grüßen ODER Tanti Auguri, Klaus! – Reisebericht Sardinien Tag 15

KlausiAm 15. Tag unseres Sardinien-Urlaubs feierte ein Mitglied des Alpikuna-Kletterteams Geburtstag: unser Klaus wurde 37, äh 27 Jahre alt. Für seinen Geburtstag hatten wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen – zumindest haben wir das im Nachhinein Klaus gegenüber so behauptet.

Schon bei der Ankunft in Tortoli auf dem Campingplatz Orri am Vortag wurden wir von ohrenbetäubendem Lärm aufgeschreckt. Über dem Himmel, direkt vor dem Privatstrand des Campingplatzes, störte eine Reihe von Kampfflugzeugen die nachmittägliche Ruhe. Das Dröhnen der Nachbrenner und die waghalsigen Manöver der Piloten ließen den Boden buchstäblich erzittern. Es war wirklich furchteinflößend. Hatte Italien jemandem den Krieg erklärt? Hatten wir etwas angestellt? War man auf der Suche nach uns – nach Klaus?

Die fließend Deutsch sprechende junge Dame an der Rezeption löste das Rätsel: wir wurden Zeugen einer Premiere – eine spektakuläre Flugshow würde zum ersten Mal vor Tortoli stattfinden und wir seien gerade Zeugen der Generalsprobe. Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätten wir Klaus nicht machen können. Es war also klar, dass wir seinen  Geburtstag am Strand verbringen würden, um die Flugshow zu verfolgen.

Obwohl niemand von uns ein Anhänger großer martialischer Gesten ist, war die Show ein unvergessliches Erlebnis. Eine große Palette an unterschiedlichen Flugzeugen zeigte seine Kunststücke direkt vor unserem Strand knapp über dem Meer. Die sogenannte „display line“ – jene imaginäre Linie, auf der die Kunststücke vorgeführt wurde – befand sich wenige Meter vom Strand entfernt und die Flugzeuge flogen so tief, dass sie zum Greifen nahe erschienen. Vor uns das tiefblaue Meer und über uns der wolkenlose Himmel.

Den krönenden Abschluss der Show bildete die Staffel „Frecce Tricolori“ – die dreifarbigen Pfeile. Sie sind die weltberühmte Staffel der italienischen Armee, die für ihre Luftakrobatik gerühmt wird. 1960 gegründet besteht sie aus neun Flugzeugen und einem „Solisten“ – damit stellt sie die größte Gruppe der Kunstfliegerstaffeln überhaupt dar. Sie führen ihre Kunststücke mit einer unglaublichen Präzision vor, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Flugzeugen zum Teil nur einen Meter beträgt.

Neben den wirklich beeindruckenden Manövern amüsierten wir uns köstlich über den zur Schau getragenen italienischen Patriotismus, der offensichtlich bei derartigen Veranstaltungen dazu gehört. Vor dem Auftritt der Frecce Tricolori wurde selbstverständlich die italienische Hymne gespielt – allerdings schon zum zweiten Mal (!) an diesem Nachmittag. Das „grande finale“ spielte sich dann folgendermaßen ab: zu einer Arie von Startenor Luciano Pavarotti, die über Lautsprecher eingespielt wurde, zeigte die Staffel ihr letztes Kunststück, wobei sie mit Rauch die italienische Nationalflagge in den Himmel zeichnete. Hollywood hätte es nicht besser machen können. Nach so viel Pathos hatten wir definitiv ein Bier verdient.

Klaus war selig über das Geburtstagsgeschenk, das ihm der italienische Staat beschert hatte. Also im Nachhinhein noch einmal, lieber Klaus: Tanti auguri!

Fotogalerie unter www.alpikuna.at/fotogalerie-reisebericht-sardinien.html

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