Der Grand Canyon Europas ODER letzter Abschnitt unserer Hidschra ins Kletter-Mekka – Reisebericht Sardinien Tag 18

Alpikuna auf SardinienOn the road again. Der letzte Abschnitt der Rundreise des Alpikuna-Teams führte uns noch ein Stück weiter nach Norden. Wir schlugen unser Lager in Cala Gonone auf, auf dem gleichlautenden Campingplatz. Bevor wir uns aber endgültig gen Olbia aufmachten, verbrachten wir noch ein paar Tage in diesem Kletter-Mekka der Ostküste.

Die Fahrt von Tortolí nach Cala Gonone gehörte sicher zu den schönsten des gesamten Trips. Schon kurz nach der Ortsgrenze von Tortoli verengt sich die Straße zu einer zweispurigen Bergstraße, die sich kontinuierlich höher schlängelt auf ein Kalksteinmassiv, das den Namen Supramonte trägt. Die Landschaft ist wunderschön. Die kahle Hochebene, deren höchster Gipfel 1.463 Meter hoch ist, wirkt mit ihren vielen Schluchten und zerklüfteten Pässen imposant. Hie und da tauchen neben der Straße Pferdekoppeln oder Ziegenherden auf. Einfach genial.

Das Supramonte allein ist ein Gebiet, in dem man locker mehrere Tage verbringen könnte. Wir genossen die Aussicht bei mehreren Stopps, hielten uns dann aber wieder Richtung Küste. Bei einer dieser Pausen sahen wir die Schlucht Gola Su Gorropu, die auch als Grand Canyon Europas bezeichnet wird. 400 Meter fallen die Kalkwände bis zum Boden Schlucht ab, an der engsten Stelle ist sie nur 4 Meter breit. Es gibt die Möglichkeit, die Schlucht zu durchwandern, aber das wollten wir uns für unseren nächsten Sardinen-Urlaub aufsparen.

Nachdem wir unsere Blicke losreißen konnten, folgten wir der Straße weiter nach Cala Gonone. Auch hier war der Campingplatz sehr nett und bot ausreichend Platz. Allerdings war er der teuerste des gesamten Urlaubs.

Gleich nachdem wir uns heimelig eingerichtet hatten, packten wir unsere Klettersachen ein und fuhren zur leicht erreichbaren Cala Fuili. Über eine steile, abenteuerlich abgesicherte Treppe gelangt man zur Bucht mit dem gleichnamigen Klettergebiet – es ist eines der meist frequentierten Sardiniens. Wir kamen erst am späten Nachmittag an und trafen zwar noch ein paar Kletterer an, aber die meisten hatten ihre Zelte schon abgebrochen.

Auch wir kletterten nur noch ein, zwei Routen, da die Dämmerung nicht nur schlechte Lichtverhältnisse mit sich brachte sondern auch eine unangenehm große Anzahl an Mücken und sonstigem fliegenden Getier. Wie so oft waren wir die Letzten, die die Bucht auf der Flucht vor den Mückenschwärmen verließen. Zurück lassen mussten wir eine Route, die wir sehr gerne geklettert wären. Die weltberühmte US-amerikanische Kletterin Lynn Hill hat hier eine Route eingebohrt: „Porto IO I Nuts“.

Noch ein weiterer Punkt in der langen Liste der Gründe, warum wir unbedingt nach Sardinien zurückkehren sollten.

Fotogalerie unter www.alpikuna.at/fotogalerie-reisebericht-sardinien.html

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