Das Meisterstück ODER wo Steine vom Himmel fallen – Reisebericht Sardinien Tag 19

tag-19Cala Gonone ist für Kletterer das Paradies auf Erden. Im nahen Umkreis des quirligen Hafenstädtchens befindet sich eine Reihe der Kletterhotspots auf Sardinien. Einen davon konnte das Alpikuna-Expeditionsteam vom Campingplatz aus in etwa 30 Minuten sogar zu Fuß erreichen.

Für den Zustieg zur Grotte von Biddiriscottai spaziert man am Hafen vorbei, wo Scharen von Touristen darauf warten, auf einem der unzähligen Ausflugsschiffe die umliegenden Buchten zu erkunden. Nach wenigen Metern verlässt man die asphaltierte Straße und gelangt zu einem felsigen Weg, der flach der Küste entlang in Richtung Norden führt. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und das Alpikuna-Team, schwer bepackt wie immer, schwitzte, was das Zeug hielt. Einmal mehr hatten wir viel zu viel Gepäck dabei – sogar einen Sonnenschirm, was sich als besonders sinnlos herausstellen sollte. Denn die Grotte von Biddiriscottai ist ein idealer Platz zum Klettern an sehr heißen und an regnerischen Tagen – weil sie eben, nona, eine Grotte ist! Schatten, wohin das Auge reicht.

Der Fels bestand aus Sintern, riesigen Löchern, Sanduhren und sonstigen vielversprechen Strukturen. Angespornt vom bald zu Ende gehenden Urlaub und der wunderbaren Kulisse,  waren wir motiviert, die schwerste Route zu probieren, die wir bis dahin im Urlaub geklettert waren – unser Meisterstück: die Route „Aberrante“ (6b+) hatte die Crux gleich zu Beginn. Ein Überhang, der mittels einer großen Sanduhr überwunden werden konnte. Alle versuchten sich an der fantastischen Route bis auf unseren Klaus, der das Geschehen auf Film bannte.

Einen einzigen Wehrmutstropfen gab es an diesem Nachmittag. Ohne Vorwarnung und erkennbaren Grund fielen einige recht große Felsbrocken vom Überhang der Grotte mit einem dumpfen, aber kraftvollen Geräusch vor uns in den Sand. Niemand von uns war wirklich gefährdet, aber bei der Größe der Steine beschlich uns doch ein mulmiges Gefühl.

Wir ließen den Tag faulenzend im Schatten der Grotte ausklingen und begaben uns erst auf den Rückweg als die Sonne hinter den Bergen versunken war. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, stürzten wir uns ins Nachtleben von Cala Gonone. Die mit netten Restaurants gesäumte Küstenstraße hatte unsere Aufmerksamkeit erregt.

Fotogalerie unter www.alpikuna.at/fotogalerie-reisebericht-sardinien.html

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