Wer (Pläne) lesen kann ist klar im Vorteil ODER harter Arbeit Lohn – Reisebericht Sardinien Tag 3

cala-spinosaAm 3. Tag der Sardinien-Reise schlitterte das Alpikuna-Expeditionsteam in sein erstes Abenteuer. Geplant hatten wir einen ruhigen Tag am Strand der wunderschönen Cala Spinosa, wo wir auch auch erste Eindrücke vom gleichnamigen Klettergebiet gewinnen wollten. Doch die sardischen Götter hatten andere Pläne…

Die Cala Spinosa befindet sich auf Capo Testa, einer Halbinsel im Nordwesten Sardiniens. Die Halbinsel ist von glasklarem Wasser umgeben, das in allen Blau- und Grüntönen schimmert und von der aus man auch die Südspitze Korsikas sehen kann. Was die Halbinsel aber besonders macht, sind die abertausenden, von Wind und Salzwasser bizarr geformten Granitblöcke. Außerdem befindet sich hier das einzige, mit Bohrhaken gesicherte Klettergebiet dieser Gegend. Ein fantastischer Platz also für unsere erste Klettersession.

David, Alpikuna-Produktentwickler und an diesem Tag außerdem unser Navigator, hatte die Pläne der Insel genau studiert. Wir parkten unser Auto am Ende der einzigen Straße, die auf Capo Testa führt, schnappten unsere Schnorchelausrüstung, die Badesachen inklusive Sonnenschirm, ein wenig Wasser und Proviant und machten uns auf den Weg. Den Angaben zufolge musste die Bucht in wenigen Minuten vom Auto aus erreichbar sein. Voller Tatendrang und Euphorie stapften wir schwer bepackt los und erreichten nach wnigen Minuten die erste Bucht. Zu unserer Verwunderung stellten wir fest, dass es nicht die Cala Spinosa war. Nach kurzer Beratung beschlossen wir, den naheliegen, von Granitfelsen gesäumten Rücken zu überqueren, um die dahinter liegende Bucht zu erreichen – das musste zweilfesohne unser Ziel sein. Als wir den Rücken erreicht hatten und auf den unter uns liegenden, kleinen und felsigen Strand blickten, wurde uns klar, dass unsere Bemühungen abermals nicht von erfolg gekrönt waren. Ein wenig irritiert, aber immer noch frohen Mutes legten wir eine kleine Pause in dieser einsamen Bucht ein, wo Klaus auch seine erste Schnorchelerfahrung machte.

Guter Rat war nun teuer. Obwohl die Sonne bereits hoch am Himmel stand und die Felsen und das widerspenstige Unterholz bereits gnadenlos aufgeheizt hatte, setzten wir unseren beschwerlichen Marsch über Stock und Stein fort. Wir überschritten zahlreiche Felsrücken, entdeckten wunderbare Buchten, die aber alle nicht jenen Fotos entsprachen, die wir von der Cala Spinosa gesehen hatten. Sogar eine kleine Aussteigersiedlung in einer einsamen Ecke dieser schönen Insel passierten wir, bis wir schließlich auf einem Korallenriff eine Pause einlegten. Von hier aus konnten wir jene Straße sehen, über die wir nach Capo Testa gekommen waren…wir hatten die Insel also beinahe umrundet, ohne unser Ziel erreicht zu haben. Zu allem Überdruss mussten wir des weiteren feststellen, dass wir in einer Sackgasse angelangt waren – es blieb uns nichts übrig als den selben Weg zurück zu nehmen, den wir gekommen waren.

Erschöpft und erleichtert, von Insektenbissen übersäht und von den ausgedörrten Büschen zerkratzt erreichten wir schließlich wieder unser Auto. Verschwitzt wie wir waren, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, uns an einem kühlen Bier in einer Bar zu laben, die sich direkt neben dem Parkplatz befand.

Im Nachhinein lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, wer von uns fünf die Badenden bemerkte, die sich über einen steilen Weg an den Gästen der Bar vorbei auf die Straße quälten, aber es fiel uns allen wie Schuppen von den Augen: wir liefen zum Geländer der Terasse und trauten unseren Augen nicht…wenige Meter unter uns breitete sich der wunderschöne Strand der Cala Spinosa vor uns aus.

Mehr Bilder unter www.alpikuna.at/fotogalerie-reisebericht-sardinien.html

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