Fluktuationen ODER Kitsch an der „Straße von Bonifacio“ – Reisebericht Sardinien Tag 5

granitfelsRuhig und ohne Hast genossen wir ein langes Frühstück in unserer Homebase auf dem Camping-Platz La Liccia. Doch ein Kribbeln setzte bald ein und war nur teils dem allseits beliebten, koffeinhaltigen Frühstücksgetränk geschuldet. Nach einer ersten Besichtigung, einem ersten Abtasten und Kennenlernen an den Tagen zuvor, wollte das Alpikuna-Kletterteam erstmals so richtig Hand anlegen – an den rauhen, von Mikrokristallen übersäten Granit der Cala Spinosa.

Schon früh am Vormittag schraubte die Sonne über dem Norden Sardiniens das Thermometer in derartige Höhen, dass an Klettern nicht zu denken war. Erst am späten Nachmittag brachen wir also zur Cala Spinosa („dornige Bucht“) auf. Alleine schon der Zustieg, der nicht mehr als wenige Minuten in Anspruch nimmt, lässt alle (Kletter-) Herzen höher schlagen. Direkt am Ende einer kleinen Bucht führen von der Natur geformte Granitsteintreppen über ein kleines Plateau hin zur nächsten Bucht, in der der Klettergarten eingerichtet wurde. Am späten Nachmittag, bei langsam untergehender Sonne gingen wir entlang bizarr geformter Granitblöcke und murmelten mit offenen Mündern vor uns hin, dass wir so etwas noch nie zuvor gesehen hatten. Die Südspitze Korsikas schien zum Greifen nahe, dann glitt wieder ein Schiff mit weißen Segeln durch die tiefblaue „Straße von Bonifacio“ (die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien) – es war schlicht und ergreifend kitschig. Weiterlesen