Das Meisterstück ODER wo Steine vom Himmel fallen – Reisebericht Sardinien Tag 19

tag-19Cala Gonone ist für Kletterer das Paradies auf Erden. Im nahen Umkreis des quirligen Hafenstädtchens befindet sich eine Reihe der Kletterhotspots auf Sardinien. Einen davon konnte das Alpikuna-Expeditionsteam vom Campingplatz aus in etwa 30 Minuten sogar zu Fuß erreichen.

Für den Zustieg zur Grotte von Biddiriscottai spaziert man am Hafen vorbei, wo Scharen von Touristen darauf warten, auf einem der unzähligen Ausflugsschiffe die umliegenden Buchten zu erkunden. Nach wenigen Metern verlässt man die asphaltierte Straße und gelangt zu einem felsigen Weg, der flach der Küste entlang in Richtung Norden führt. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und das Alpikuna-Team, schwer bepackt wie immer, schwitzte, was das Zeug hielt. Einmal mehr hatten wir viel zu viel Gepäck dabei – sogar einen Sonnenschirm, was sich als besonders sinnlos herausstellen sollte. Denn die Grotte von Biddiriscottai ist ein idealer Platz zum Klettern an sehr heißen und an regnerischen Tagen – weil sie eben, nona, eine Grotte ist! Schatten, wohin das Auge reicht. Weiterlesen

Wie wir Louis Armstrong auf Sardinien gefunden haben ODER Zuckerbrot mit Sonnenuntergang – Reisebericht Sardinien Tag 12

annabelle-kletterroute-louis-armstrongMasua ist ein ehemaliges Bergbauzentrum, in dem über viele Jahrzehnte hinweg Erz, Blei und Zink abgebaut wurde. Noch heute zeugen einige stillgelegte Minen von der einstigen Hochblüte dieses Wirtschaftszweigs. Für das Alpikuna-Team war an diesem Tag allerdings weniger die Arbeit der Kumpel unter Tag von Interesse sondern vielmehr das wunderbare, weiße Kalkgestein, dass sich über den Minen, direkt am Meer auftürmt.

Das Klettergebiet von Masua ist eigentlich äußerst beliebt. Die einfache Erreichbarkeit und das einmalige Panorama lassen alle Kletterherzen höher schlagen. Im Sommer allerdings, wenn die Temperaturen entsprechend steigen, legen nur wenige Kletterer Hand an den Fels. Also konnte das Alpikuna-Team einmal mehr ungestört die Aussicht genießen und einige Routen punkten. Weiterlesen

Die wahrscheinlich kleinste Rezeption der Welt ODER Von wem der Föhn noch etwas lernen kann – Reisebericht Sardinien Tag 11

rezeptionDer Aufenthalt des Alpikuna-Teams im Süden der Insel fiel kürzer aus als ursprünglich geplant. Die Symptome einer akuten Kletter-Abstinenz machten sich bemerkbar. Also brachen wir in den Westen der Insel auf.

Zielsicher steuerten wir den Campingplatz Ortus de Mari an. In den einschlägigen Internetforen teilen sich die Meinungen, ob der Campingplatz empfehlenswert ist oder eben nicht. Aber schon auf der Anreise war uns klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die teilweise sehr steile Küstenstraße auf dem Weg zur Ortschaft Buggerru verlangte unserem Alpikuna-Wohnmobil alles ab, dafür entschädigte aber die spektakuläre Aussicht.

Als Highlight des Campingplatzes entpuppte sich der Empfangsbereich Weiterlesen

Fluktuationen ODER Kitsch an der „Straße von Bonifacio“ – Reisebericht Sardinien Tag 5

granitfelsRuhig und ohne Hast genossen wir ein langes Frühstück in unserer Homebase auf dem Camping-Platz La Liccia. Doch ein Kribbeln setzte bald ein und war nur teils dem allseits beliebten, koffeinhaltigen Frühstücksgetränk geschuldet. Nach einer ersten Besichtigung, einem ersten Abtasten und Kennenlernen an den Tagen zuvor, wollte das Alpikuna-Kletterteam erstmals so richtig Hand anlegen – an den rauhen, von Mikrokristallen übersäten Granit der Cala Spinosa.

Schon früh am Vormittag schraubte die Sonne über dem Norden Sardiniens das Thermometer in derartige Höhen, dass an Klettern nicht zu denken war. Erst am späten Nachmittag brachen wir also zur Cala Spinosa („dornige Bucht“) auf. Alleine schon der Zustieg, der nicht mehr als wenige Minuten in Anspruch nimmt, lässt alle (Kletter-) Herzen höher schlagen. Direkt am Ende einer kleinen Bucht führen von der Natur geformte Granitsteintreppen über ein kleines Plateau hin zur nächsten Bucht, in der der Klettergarten eingerichtet wurde. Am späten Nachmittag, bei langsam untergehender Sonne gingen wir entlang bizarr geformter Granitblöcke und murmelten mit offenen Mündern vor uns hin, dass wir so etwas noch nie zuvor gesehen hatten. Die Südspitze Korsikas schien zum Greifen nahe, dann glitt wieder ein Schiff mit weißen Segeln durch die tiefblaue „Straße von Bonifacio“ (die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien) – es war schlicht und ergreifend kitschig. Weiterlesen