• Keine Produkte im Warenkorb.

Klettergebiet Finale Ligure

 

 

Alpikuna-Klettertrip nach Finale Ligure

Inspiriert und motiviert vom Klettertrip an den Geheimtipp Idrosee, stürzte sich eine etwas kleinere Truppe des Alpikuna-Kletterteams zwei Wochen später in das nächste Abenteuer. Aufgrund der weiterhin miserablen Wettervorhersagen und der hartnäckigen Kältewelle entschloss sich das Team unter der Leitung von Alpikuna-Produktentwickler (aka „Meister der Naturstein-Klettergriffe) David weiter in den Süden zu wagen. Ziel war Finale Ligure – neben Arco wohl das bekannteste und meist frequentierte Klettergebiet Italiens. Vorteilhaft, wenn auch stellenweise ein wenig monoton ist die Anreise, da man quasi bis vor die „Haustüre“ auf gut ausgebauten Autobahnen unterwegs ist.

 

 

Auf der Hochebene von Le Manie

 

Die Anreise über den San Bernardino hielt noch eine Überraschung parat. Obwohl bereits Ende Mai fiel das Thermometer auf 0,5° Celsius, was Schneefall zur Folge hatte. In der italienischen Schweiz, in der Tessiner Talsohle besserte sich das Wetter aber schnell. Der Regen begleitete uns dann abschnittsweise bis kurz vor Finale Ligure, stoppte dann aber abrupt und ließ sich in weiterer Folge auch nicht mehr blicken.

David, Alpikuna-Produktentwickler, und Flo hatten ihre ersten Kletterversuche schon vor einigen Jahren in Finale Ligure unternommenm, entschlossen sich, den gleichen Campingplatz anzusteuern, mit dem sie schon bei ihrem ersten Besuch gute Erfahrungen gemacht hatten. Offensichtlich hatte sich die angenehme Lage des Camping San Martino in Varigotti herum gesprochen, denn trotz sehr früher Anreise war kein Platz für unser Alpikuna-Wohnmobil mehr frei. Auf der Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit stolperten wir auf den nur wenige Meter entfernten Camping La Foresta, der ebenfalls vom Camping San Martino verwaltet wird (die Dame am Campingplatz San Martino, die uns zu verstehen gab, dass kein Platz mehr verfügbar sei, hielt es nicht für notwendig, uns darüber zu informieren). Er ist zwar weit einfacher ausgestattet als sein großer Bruder, dafür aber waren wir beinahe allein und hatten zudem einen Stellplatz mit direktem Blick aufs Meer. Unglaublich auch die gigantische Zahl an Glühwürmchen, die jede Nacht bei Dunkelheit den Campingplatz besuchten.

 

Finale Ligure – wo die Kletterherzen höher schlagen

 

Finale Ligure selbst – und auch das kleine Städtchen Finalborgo mit seiner kleinen, aber sehr reizvollen Altstadt – hatten sich über die Jahre recht wenig verändert. Ins Auge stachen uns aber vom ersten Tag die unzähligen Downhiller, die mit ihren Bikes überall anzutreffen waren. Finale Ligure hat sich auch zu einem Downhill-Mekka entwickelt. Vorsicht also auch bei den Zustiegen zu den Klettergebieten!

 

Das kleine Städtchen an der ligurischen Küste bietet ansonsten alles, was die KIetterherzen höher schlagen lässt. Sportkletterrouten, für die man wohl Jahre brauchen würde, um sie alle zu klettern; Mehrseilllängentouren, die Lust auf mehr machen, Deep Water Soloing für heiße Sommertage und Klettergebiete, deren Routen sich von der Charakteristik her innerhalb nur weniger Meter völlig ändern. Von löchrigem Kalk, über steile Risse bis hin zu Sintern ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es versteht sich von selbst, dass auch für alle Kletterniveaus eine großzügige Auswahl besteht.

 

 

Monte Sordo und Rocca di Corno

 

Typisch für Finale Ligure – wir hatten die Qual der Wahl: Nach intensivem Studium des Kletter-Topos und längeren Beratungen entschieden wir uns zuerst für das Gebiet von Monte Sordo. Nach einigem Herumirren im italienischen Dschungel entdeckten erreichten wir schließlich die verschiedenen Sektoren dieses vielseitigen Gebiets. Die steilen, löchrigen und eher langen Routen (bis zu 30m) verlangten uns alles ab. Mehrfach wurden wir abgeworfen – an eine Rotpunktbegehung war nicht zu denken. Trotzdem waren wir vom Gebiet fasziniert und kehrten am nächsten Tag auch wieder zurück, um andere Sektoren zu besuchen. Besonders gefallen hatten uns die Sektoren „Centrale“ und „Lo Specchio“, der besonders durch seine Sinter-Touren auffällt. Unerwartet für uns auch die vielen wildlebenden Ziegen, die sich immer wieder raschelnd ihren Weg durchs Unterholz bahnten. Obwohl im Landesinneren gelegen, gelangten wir bei der Suche nach den einzelnen Sektoren immer wieder zu Aussichtspunkten, die einen wunderbaren Blick aufs Meer ermöglichten.

Kletterhighlight: „Enfant terrible“

 

Am dritten und letzten Tagen entschieden wir uns auf Empfehlung unserer Nachbarn auf dem Campingplatz, auf die andere Seite des Tales zu wechseln – zum Rocca die Corno. Nachdem wir uns im Ostsektor einige Routen zum Aufwärmen zu Gemüte geführt hatten (die ehrlich gesagt auch nicht wirklich besonders waren), umrundeten wir den Felsen, um auf die Westseite zu gelangen und die untergehende Sonne zu genießen. Dabei stießen wir auf den krönenden Abschluss des gesamten Urlaubs – eine Route, die wir in diesem Grad so noch nicht gesehen hatten: „Enfant terrible“, 6a+, 30 Meter hoch, steil (teilweise überhängend), ausgesetzt und mit einem fantastischen Blick auf das darunterliegende Tal und das Meer. Warum die Route im Topo nur mit einem (von drei) Sternen bewertet wird, ist uns bis heute ein Rätsel, das wohl nur der Autor klären kann – wir jedenfalls würden ohne zu zögern die Höchstnote vergeben.

Fazit

 

Im Gegensatz zum Idrosse muss man in Finale ständig damit rechnen, dass man auf viele Gleichgesinnte trifft, insbesondere an feiertagsbedingten langen Wochenenden. Besonders viele Deutsche, Schweizer und Österreicher nutzen die relativ kurze Anreise um unter Tags zu klettern und am Abend die letzten Sonnenstrahlen am Strand zu genießen. Durch die vielen Downhill-Biker sind noch zahlreiche Besucher mehr dazu gekommen. Trotzdem wird auch das Alpikuna-Kletterteam wieder den Weg an die ligurische Küste antreten. Die Vielzahl an Gebieten, Sektoren und Routen, die noch darauf warten entdeckt zu werden und das einmalige Zusammenspiel von Felsen und Meer haben ein ganz besonderes Flair. Da drückt man auch mal ein Auge zu, wenn es hin und wieder ein wenig turbulenter zugeht.

 

 

Bildergalerie Klettertrip Finale Liguria

 

 

Kartenansicht - Routenplaner - Finale Ligure